Spezialpreis der Akademie 2026 – Damien Hauser
Innovativer Einsatz neuer Technologie in «Memory of Princess Mumbi»
Der Spezialpreis 2026 geht an Damien Hauser für seinen Mut, neue künstlerische Wege zu erkunden. In «Memory of Princess Mumbi» schafft er auf visuell spektakuläre Weise eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft und leistet so einen bemerkenswerten Beitrag zur aktuellen Debatte über die kreative Nutzung von künstlicher Intelligenz.
Der Wunsch, ein Universum zu erschaffen, das unrealistisch und heterotopisch, aber auch poetisch und glaubhaft ist und dokumentarische wie fiktive Züge trägt, hat Damien Hauser zu einer spektakulären, überzeugenden Arbeitsweise geführt. Er vermischt dabei reale Aufnahmen mit digitalen Bildern, die er durch künstliche Intelligenz (KI) kreieren lässt. Entstanden ist eine ausserordentlich einfallsreiche Szenografie.
Die Künstlichkeit der visuellen Effekte verdeckt zu keinem Zeitpunkt die Elemente der Erzählung. Die Darstellung steht beispielhaft für die bereichernde Verbindung von Bildern unterschiedlicher Art. Die geglückte Kombination lässt einen virtuosen Umgang mit dem dramaturgischen Bildraum erkennen, der vom Vordergrund bis zu den Elementen in der Tiefe nichts dem Zufall überlässt.
Die Jury würdigt die Stringenz dieser innovativen Kreation, die mehr für ein Pionierhandwerk als für eine etablierte audiovisuelle Industrie steht. Gesichter, Körper und Landschaften verleihen der Geschichte der Prinzessin in Szenen, deren Gestaltung weder illustrativ noch anekdotisch ist, eine spielerische und überlegte Tiefe. Wir sind in dieser fremden und völlig künstlichen Welt orientierungslos, und dennoch wirkt sie uns erstaunlich vertraut.
Die Szenografie entstammt nicht der Science-Fiction im eigentlichen Sinn. Damien Hauser zeigt uns darin eine Schaffensfreude, das über die Möglichkeiten von KI hinausgeht. Er kreiert eine beeindruckende visuelle Fülle, die er grosszügig mit dem Publikum teilt.
Foto: Tim P. Whitby