Schweizer Filmpreis 2021

Die Highlights des Abends

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Schweizer Filmpreis 2021

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Ansteckender Schweizer Film

«Vorsicht, steck Dich nicht an», witzelt der Schauspieler Sven einmal in «Schwesterlein». Ein Satz, der in vielerlei Hinsicht zu einer Art Leitmotiv der Quartz-Verleihung 2021 werden sollte: Sei es mit Blick auf die aussergewöhnliche, pandemiegebedingte Austragung der Abendgala im Fernsehstudio der RTS, auf den Preissegen für Véronique Reymond und Stéphanie Chuat oder auf das weltberühmte Lachen der Ehrenpreisträgerin Lilo Pulver.

Doch beginnen wir von vorn: Kurz nach 19 Uhr lancierte Bundesrat Alain Berset die Feierlichkeiten mit einer so bewundernden wie hoffnungsvollen Videobotschaft: Voller Komplimente für die Vielfalt, Offenheit und die Kreativität des Schweizer Filmschaffens attestierte er Lilo Pulver «eine ausgelassene Perfektion» und überreichte der hiesigen Kulturszene einen imaginären Anerkennungspreis für aussergewöhnliche Resilienz.

Spätestens als Marthe Keller kurz darauf für ihre Nebenrolle in «Schwesterlein» den ersten Quartz des Abends mit drei gerührten «Mercis» verdankte, versprühte die Preisverleihung ihren ganz eigenen Charme. Nun ging es Schlag auf Schlag: Myiram Rachmuth erhielt den Preis für die Beste Montage («Schwesterlein»), während Stéphanie Chuat und Véronique Reymond fürs Beste Drehbuch ausgezeichnet wurden («Schwesterlein»). Vorjahresgewinner Sven Schelker, der seinen Quartz per Post erhalten hatte, verkündete den Preis für die Beste Darstellerin an Sarah Spale («Platzspitzbaby»). Sie schaltete sich direkt aus den Dreharbeiten von «Wilder» zu und teilte ihren Preis mit ihrem jungen, ebenfalls nominierten Ko-Star Luna Mwezi.

Völlig unerwartet kam die frohe Botschaft für Linda Harper, ihrerseits gerade am Set des nächsten Schweizer «Tatort»: Die Kostümbildnerin wurde von der Schweizer Filmakademie für die Ausstattung von «Platzspitzbaby», «Spagat» und «Von Fischen und Menschen» mit dem Spezialpreis geehrt und mag sich mit Blick auf die Einhaltung des Dresscodes die eine oder andere Notiz gemacht haben. Thaïs Odermatts «Amazonen einer Grossstadt» wurde zum Besten Abschlussfilm gekürt, der Ehrenpreisträger 2018 Georges Schwizgebel bekam für seinen Animationsfilm «Darwin’s Notebook» den dritten Quartz seiner langen Karriere und in der Kurzfilmkategorie gewann Güzin Kar mit «Deine Strasse».

Milo Rau freute sich über den Preis für den besten Dokumentarfilm («Das neue Evangelium»). Quartz Nummer vier für «Schwesterlein» ging an Filip Zumbrunn (Beste Kamera). In der neu geschaffenen Kategorie Bester Ton siegte der zweimal nominierte Peter Bräker mit «Nemesis», die Beste Filmmusik des Jahres komponierte Regisseurin Alice Schmid für ihren Dokumentarfilm «Burning Memories» und widmete den Preis ihrem Vater, der ihr zum neunten Geburtstag eine Handorgel schenkte. 

Um 20:15 Uhr schlug die Stunde des Besten Spielfilms und des fünften Quartz für «Schwesterlein»: Fassungslos bedankte sich das Waadtländer Regieduo Stéphanie Chuat und Véronique Reymond. Als «sehr geehrt und glücklich» bezeichnete sich schliesslich eine gut gelaunte Liselotte Pulver, mit dem Ehrenpreis des Schweizer Films 2021 in der Hand, strahlend wie eh und je: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Wie hat euch der Schweizer Filmpreis 2021 gefallen?

EHRENPREIS 2021: Lilo Pulver

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SPEZIALPREIS DER AKADEMIE 2021: Linda Harper

Der Spezialpreis der Akademie wird an die Kostümbildnerin Linda Harper für ihren Beitrag zu den Filmen «Von Fischen und Menschen», «Platzspitzbaby» und «Spagat / ШПАГАТ» verliehen.

Der neue Soundtrack für den Schweizer Filmpreis

Hinter der so eingängigen wie glamourösen Melodie steckt das Komponisten-Trio für Werbe- und Filmmusik Diego Baldenweg mit Nora Baldenweg und Lionel Baldenweg aka «Great Garbo». Die Geschwister Baldenweg komponierten im Auftrag des Schweizer Filmpreises die dramaturgisch musikalische Untermalung sowie ein zeitloses musikalisches Signet, das uns emotional direkt mit den Gefühlswelten der Filme und mit ihren Macherinnen und Machern verbindet. Vielen Dank! 🎵😍

Heute ist es soweit!

Um 19.00 Uhr wird der beliebte Quartz verliehen. Folge dem Schweizer Filmpreis jetzt auf Instagram und blicke hinter die Kulissen, bevor es losgeht 🎬🤩🙌🏼

Schweizer Filmpreis 2021

Drogen, Geschwister, Abrissbirne – Kritikerrunde zum Filmpreis

Gewinnt das hochkarätig besetzte internationale Drama «Schwesterlein» oder doch eher der Film zum Zürcher Platzspitz den Schweizer Filmpreis? Und warum wird der Preis in der Kategorie männlicher Hauptdarsteller 2021 nicht vergeben? Die Kritikerrunde zum Schweizer Filmpreis, geleitet von Monika Schärer.

Was für die Kultur generell gilt, stimmt erst recht für das Schweizer Filmschaffen: Kommerziell war 2020 eine Katastrophe. Die meisten nominierten Filme entstanden zwar vor der Pandemie, aber weil die Kinos monatelang geschlossen waren, hat sie noch kaum jemand gesehen. Der im Zürcher Drogenmilieu der 1990er-Jahre angesiedelte Spielfilm «Platzspitzbaby» von Pierre Monnard und das hochkarätig besetzte Drama «Schwesterlein» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond bilden hier die Ausnahme. Der Schweizer Filmpreis wird heuer trotzdem vergeben, allerdings nicht an einen männlichen Hauptdarsteller. Ob dies eine Konsequenz der Frauenförderung von Bund und Kantonen ist? Jedenfalls fällt auf, dass sowohl vor als auch hinter der Kamera viele starke Frauen stehen: die Schauspielerinnen Sarah Spale, Luna Mwezi und Rachel Braunschweig, die Regisseurinnen Andrea Štaka, Bettina Oberli und das welsche Regieduo Chuat und Reymond. Im Dokumentarfilm dominieren allerdings die Männer. Jean-Stéphane Bron – seit Jahren ein sicherer Wert – ist für «5 nouvelles du cerveau» nominiert, einer Annäherung an jene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die dem Geheimnis des menschlichen Gehirns auf der Spur sind. Ebenso nominiert ist das formal bestechende und bereits mit dem Zürcher Filmpreis ausgezeichnete Werk «Nemesis» von Thomas Imbach. Welche Filme weshalb die grösste Chance auf den Schweizer Filmpreis haben, diskutieren die Filmhistorikerin Marcy Goldberg, die Filmwissenschaftlerin Denise Bucher («NZZ am Sonntag») und der Filmredaktor Selim Petersen (SRF) mit Monika Schärer.
 

Ein Original Soundtrack für den Schweizer Filmpreis

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Wer an der Nacht der Nominationen gut aufgepasst hat, wurde hellhörig: Hat der Schweizer Filmpreis erstmals einen eigenen Soundtrack? Stimmt! Hinter der so eingängigen wie glamourösen Melodie steckt das Komponisten-Trio für Werbe- und Filmmusik Diego Baldenweg mit Nora Baldenweg und Lionel Baldenweg aka «Great Garbo».

Die Geschwister Baldenweg – 2018 gewannen sie für «Die kleine Hexe» den Quartz für die «Beste Filmmusik» – komponierten im Auftrag des Schweizer Filmpreises die dramaturgisch musikalische Untermalung sowie ein zeitloses musikalisches Signet, das uns emotional direkt mit den Gefühlswelten der Filme und mit ihren Macherinnen und Machern verbindet. Ob die neue Quartz-Melodie von Alphörnern, Rockgitarren, von DJs oder von einem Jazz-Quartett interpretiert wird, spielt dabei keine Rolle, denn es galt das Motto: Je vielfältiger die Interpretationsmöglichkeiten, desto stärker die Identität! «Es geht darum, eine universale Botschaft rüberzubringen», erklären die Geschwister Baldenweg im Interview.

Die erste Aufnahme konnte dank einer Kollaboration mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) eingespielt werden, die für den prestigeträchtigen Anlass eigens ein Filmorchester auf die Beine stellte. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten-Trio notierten, transkribierten, nahmen auf und mischten die Studierenden den Soundtrack in einer Art Masterclass. Einer Uraufführung im Rahmen der letztjährigen Preisverleihung in Zürich schien nichts im Wege zu stehen. Dann kam die Pandemie und die Award-Show 2020 musste abgesagt werden. Nun feiern die neuen Klänge an der 24. Verleihung des Schweizer Filmpreises vom 26. März in Genf Premiere: Für grosse Gefühle ist auch musikalisch gesorgt!

Credits

Woche der Nominierten: Tickets ab sofort erhältlich!

Sichern Sie sich ab heute ein oder mehrere Tickets zu allen nomierten Filmen! Sie können die Filme im Streaming gemäss Programm sehen. Preis: Fr. 5.– pro Film oder Kurzfilmprogramm von Montag bis Freitag. Gratis (Fr. 0.–) pro prämierter Film am Wochenende vom 27. bis 28. März 2021. Programm, praktische Informationen und Ticketkauf über: www.filmpodium.ch oder www.cinemas-du-grutli.ch. Wir wünschen Euch eine spannende Woche!

Woche der Nominierten: Programm 22.–28. März 2021

Die Verleihung des Schweizer Filmpreises wird mit der «Woche der Nominierten» begleitet. Vom 22. bis 28. März sind alle nominierten Filme – und am Wochenende nochmals alle prämierten Filme – online im Streaming zu sehen. Zu den Filmen gelangen Sie über die Internetseiten der beiden Partnerkinos www.filmpodium.ch und www.cinemas-du-grutli.ch.

Preis: Fr. 5.– pro Film (oder Kurzfilmprogramm) von Montag bis Freitag, gratis (Fr. 0.–) während dem Wochenende. Kauf der Tickets möglich ab 15. März über beide Internetseiten. Das tägliche Filmprogramm sowie die Benutzer-Erklärungen finden Sie hier: Programm.

Ermöglicht wird die «Woche der Nominierten» durch das Engagement der Association «Quartz» Genève Zürich, in welcher Kanton und Stadt Genf sowie die Stadt Zürich zusammengeschlossen sind sowie dank eines Beitrags des Kantons Zürich und in Zusammenarbeit mit dem BAK (Schweizer Filmpreis) und der SRG SSR.

Die Stärke des Schweizer Films zeigt sich in seiner Vielfalt

Wo steht der Schweizer Film heute? Ein Gespräch mit Ivo Kummer, Präsident der Nominierungskommission, zur Verleihung des Schweizer Filmpreises. Ein Bericht von Sabine Knosala der ProgrammZeitung Basel.

Wie beurteilen Sie den Jahrgang 2020 des Schweizer Filmschaffens?
Ivo Kummer: In diesem Jahr fällt besonders auf, dass gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen wurden – zum Beispiel in den Spielfilmen «Schwesterlein» und «Platzspitzbaby» oder bei den Dokumentarfilmen «Das neue Evangelium» und «Saudi Runaway». Viele Filme reflektieren gesellschaftliche Phänomene, hinterfragen Systeme oder rücken Einzelschicksale in den Fokus. Sie sind nicht belehrend, sondern nehmen ihr Publikum ernst und überlassen ihm die Einordnung der Aussagen. Es fällt auch auf, dass auf fast allen Kontinenten gedreht wurde.

Was ist typisch für den aktuellen Schweizer Film?
Die Stärke des Schweizer Films zeigt sich in seiner Vielfalt. Aufgrund der viersprachigen Schweiz vermischen sich verschiedene Kulturen, Sichtweisen und Themenfelder, ob im Spiel-, Dokumentar- oder Animationsfilm. Auf diese reiche Ernte, die auch bei internationalen Filmfestivals Erfolge feiert, dürfen wir stolz sein.

In welchen Bereichen muss der Schweizer Film noch besser werden?
Jedes Filmprojekt ist eine neue Herausforderung, jedes Filmwerk ein Unikat. Deshalb ist es schwer zu sagen, in welchem Bereich der Schweizer Film noch besser werden sollte. Fakt ist aber, dass sich in den vergangenen Jahren die Schweizer Filmbranche stark professionalisiert hat und sich spezifische Fachkompetenzen aufgebaut haben.

In den USA ist es Hollywood. Wo ist in der Schweiz die Filmbranche zu Hause?
Die Schweizer Filmbranche ist kaum mit Hollywood zu vergleichen. Bei uns sind viele Produktionsfirmen typische KMU, in Hollywood gibt es mit den grossen Studios eine Industrie. Zürich hat sich als Zentrum, vor allem bei den filmtechnischen Betrieben, etablieren können. Doch dank anderer regionaler Filmförderungen wie in Basel, Bern oder der Westschweiz haben sich in jüngster Zeit andere Standorte entwickeln können und den dort wohnhaften Filmschaffenden eine Perspektive ermöglicht.

Wie hat Corona die Filmszene im letzten Jahr beeinflusst?
Corona zeigte und zeigt noch heute gravierende Auswirkungen auf die Filmbranche. Durch die Schliessung der Kinos entgingen über zwei Drittel der gewohnten Umsätze, Dreharbeiten wurden unterbrochen oder verschoben und Filmfestivals fanden nicht oder in hybrider Form statt. Wichtig ist nun, dass man sich auf die Zeit nach der Pandemie vorbereitet und ein achtsames Hochfahren der Betriebe sicherstellen kann, das heisst auch, dass man das Publikum aus der guten Stube mit Streaming-Angeboten wieder zurück an den Ort holen kann, wo sich der Film am besten und eindrücklichsten entfalten kann: auf der grossen Leinwand im Kino und mit anderen Menschen zusammen.

Foto: Ivo Kummer, Präsident der Nominierungskommission, © moduleplus

Woche der Nominierten: 22.–28.3.2021

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Ehrenpreis 2021: Lilo Pulver

Der Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises 2021 geht an Liselotte Schmid-Pulver, besser bekannt als Lilo Pulver. Mit dieser Auszeichnung wird eine Schweizer Schauspielerin geehrt, die auch international Karriere machte.

Lilo Pulver wurde 1929 in Bern geboren. Sie besuchte die Schauspielschule in Bern und wurde bald zu einer beliebten Schauspielerin in der Schweiz und in Deutschland. 1958 spielte sie die Hauptrolle im Film «Zeit zu leben und Zeit zu sterben» von Douglas Sirk. Damit begann ihre internationale Filmkarriere. 1961 wurde sie von Billy Wilder für seine Komödie «Eins, zwei, drei» engagiert und spielte danach in zahlreichen Dramen, darunter «Die Nonne» von Jacques Rivette.

Lilo Pulver hat die Filmgeschichte mit ihrem Spiel voller Humor und mit ihren subtil revoltierenden Interpretationen geprägt und erhielt grosse Zustimmung von der Kritik. 1964 wurde sie für die «Golden Globes» nominiert. 1980 erhielt sie den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises. Mit dem Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises, der mit 30 000 Franken dotiert ist, würdigt das Bundesamt für Kultur (BAK) Lilo Pulvers Beitrag zur internationalen Filmgeschichte von den 1950er-Jahren bis heute.

Bild: © SRF / Claudio Ricci, 2014

Ton ab: «Wenn der Ton feststeht, ist der Film geboren»

Denis Séchaud

Häufig fesselt ein guter Film durch eine emotionale Geschichte, leidenschaftliche Schauspieler oder atemberaubende Kulissen. Doch die Rolle des Tons, der den Zuschauer immer wieder mit allen Sinnen ergreift, sollte keinesfalls unterschätzt werden. Wusstet ihr, dass einige Filme durch ihre unverwechselbaren Soundeffekte bekannt geworden sind?

Denis Séchaud, Tonmeister für Sounddesign & Soundeditor, ist mitverantwortlich für die Entstehung der neuen Kategorie «Bester Ton» beim Schweizer Filmpreis 2021. Als Mitbegründer der Masé Studios ist er einer der prägenden Schweizer Tonspezialisten. In ihren Studios in Genf ist der Ton für den mehrfach ausgezeichneten Film «Ma vie de Courgette» entstanden, der sogar für den Oscar nominiert war. Im persönlichen Gespräch erklärt Denis Séchaud die Geheimnisse des guten Tons.

Wieso eigentlich unterschätzen wir den Ton, und denken zunächst ans Bild, wenn wir einen Film ansehen?
Bis vor einigen Jahren galt der Ton im Film tatsächlich noch als der arme Verwandte. Es war ein optischer Ton, in Mono, die Qualität war nicht besonders gut. Er war bloss da, um die Leute sprechen zu hören, um Musik zu haben, vielleicht ein bisschen Atmosphäre. Er war in seinen technischen und künstlerischen Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Als dann anfangs der 1980er-Jahre Dolby kam, war das ein Entwicklungsschub: Jetzt war das Publikum vom Ton umgeben, der Ton befand sich im selben Raum wie die Zuschauer. Erst ab dann hat sich die Filmindustrie tatsächlich mit der Qualität des Tones beschäftigt. Und seit der Entwicklung der Computer gibt es im Sound Design praktisch nichts, was nicht möglich ist. Heute ist man sich einig, der Ton als künstlerisches Ausdrucksmittel ist dem Bild oder der Montage ebenbürtig.

Was ist das denn genau, Sound Design?
Wir sind eine Art Tonarchitekten. Denn es geht nicht nur darum, ein akustisches Ambiente herzustellen oder einem Schauspieler eine wohlklingende Stimme zu verleihen. Wir entwickeln in aufwendigen Prozessen eine eigenständige Tonspur für jeden Film und orientieren uns zum Beispiel am Genre. Ist es ein Thriller, eine Komödie oder ein Horrorfilm? Wenn das Bild einen Friedhof im Winter zeigt, singen keine Vögel. Oder wenn doch, dann Krähen. Hier beginnt das Sound Design.

Wann kommt der Ton im Prozess des Filmemachens zum Bild?
Der Ton kann im Drehbuch festgelegt sein, wenn die Regie bereits eine Vorstellung hat, was sie hören will. Das kommt allerdings selten vor. Meistens kommt der Ton im Laufe der Bildmontage dazu, also dann, wenn der Rhythmus des Films festgelegt ist. Zum Beispiel kann man ein Klingeln an der Haustür leicht nachvertonen. Das heisst, nach dem Drehen einbauen. Es kann ja sein, dass das Bild gar keine Haustür zeigt. Die Tonspur stiftet nämlich auch erzählerische Logik. Auf dem Set ist der Tonmeister hauptsächlich damit beschäftigt sicherzustellen, dass die Tonqualität der Dialoge gut ist. Zusätzlich nimmt er einige atomsphärische Töne auf. Die eigentliche kreative Arbeit beginnt dann, wenn der Film montiert ist. Dann erhalten wir ihn, kümmern uns um den O-Ton und diskutieren in den Studios mit der Regie und dem Tonmeister die definitive Mischung. 

Die Festlegung der Tonspur ist demnach der letzte Schliff am Film? Eine verantwortungsvolle Aufgabe also.
Das ist tatsächlich so! Wenn der Ton feststeht, ist der Film geboren! Das ist ein Moment von grosser Spannung: Schaffen wir es? Schaffen wir den Film so zu erzählen, wie wir wollten? Die Regie hat vielleicht beim Drehen nicht wirklich das gefunden, was sie gesucht hat. Durch den Ton und das Klangbild hat der Film eine letzte Chance, der Vorstellung der Regie doch noch zu genügen. Und vielleicht tatsächlich durch seine unverwechselbaren Soundeffekte bekannt zu werden.

Im Rampenlicht: Eure Community quartz.ch

Ihr interessiert euch für die besten Filme aus der Schweiz? Ihr möchtet das Highlight des Schweizer Filmjahres 2021 auf keinen Fall verpassen? Erlebt den Schweizer Filmpreis mit der Verleihung des Quartz hautnah und live.

Auf dieser Plattform findet ihr die spannendsten Themen und Geschichten rund um die Preisverleihung am 26. März 2021. quartz.ch informiert euch bereits davor über die Anwärterinnen und Anwärter im Rennen um die begehrten Preise und versorgt euch mit Neuigkeiten. Wir bieten Hintergrundinformationen, Interviews, Porträts und viele Specials.

Die Agenda ist getaktet, und die Uhr tickt: Auf quartz.ch erfahrt ihr bereits ab dem 25. Januar 2021 die Namen der Nominierten. Schlag auf Schlag folgen bis zur Preisverleihung am 26. März 2021 wechselnde Inhalte und Überraschungen. Und damit das Warten bis zum grossen Finale im März nicht zu lang wird: Folgt uns auf Facebook oder Instagram und teilt den Event mit allen Kinofreaks und Filmfans, wie ihr es seid.

Spot an: Der Schweizer Filmpreis 2021

Drama, Action und Spannung: Das alles findet ihr in der Welt des Schweizer Films. Das Bundesamt für Kultur BAK verleiht den besten Filmen und den besten Filmschaffenden aus allen Landesteilen jährlich den Schweizer Filmpreis. Seid mit dabei, wenn am 26. März 2021 die Nominierten mit dem Quartz ausgezeichnet werden!

Trefft euch mit der Schweizer Filmwelt und erlebt die Preisverleihung in 14 Kategorien, von «Bester Spielfilm» bis «Ehrenpreis». Zum ersten Mal in der Geschichte des Quartz wird der Preis dieses Jahr auch in der Kategorie «Bester Ton» verliehen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 477’500 Franken. Der Schweizer Filmpreis ist ein Engagement des Bundesamtes für Kultur. Er wird mit den Partnerinnen SRG SSR und Association «Quartz» Genève Zürich realisiert und in Zusammenarbeit mit Swiss Films, der Schweizer Filmakademie und den Solothurner Filmtagen organisiert. Die Preisverleihung könnt ihr im Stream auf dieser Plattform live mitverfolgen.

Das Rennen um die begehrten Preise beginnt am 25. Januar 2021. Im Rahmen der 56. Solothurner Filmtage erfahrt ihr an der «Nacht der Nominationen», wer auf einen Quartz hoffen kann. Verfolgt um 20.00 Uhr im Live-Stream auf www.solothurnerfilmtage.ch oder auf www.quartz.ch, wenn die Besten bestimmt werden, die das Drehbuch verantworten, die Filmmusik oder die Montage. Erlebt die Mitwirkenden vor und hinter der Kamera, die den Film zu einem Gesamtkunstwerk machen.